Warum wir uns als Frauen oft so schwer mit Solidarität tun


Letzte Woche saß ich im Café und hörte, wie zwei Frauen am Nebentisch über ihre Kolleginnen sprachen. "Die ist ja so zickig", sagte die eine. "Und die andere macht sich immer so wichtig", ergänzte die andere.

Ich musste schlucken. Wieder diese unterschwellige Spannung zwischen Frauen, die wir so oft erleben.

Auf dem Heimweg dachte ich: Warum ist das so? Warum beäugen wir uns oft kritisch, statt uns zu unterstützen? Warum verstecken wir uns, statt gemeinsam stark zu sein?

Ich dachte lange, das liegt einfach an uns. Dass wir Frauen so sind. Bis ich vor kurzem etwas entdeckt habe, das mich richtig aufgerüttelt hat.

Eine Entdeckung, die alles verändert

Stell dir vor, ich sage dir das Wort "Klatsch und Tratsch" im englischen Gossip. Was geht dir durch den Kopf? Wahrscheinlich nichts Gutes, oder?

Dabei hatte das Wort "Gossip" ursprünglich eine völlig andere Bedeutung. Es kommt vom altenglischen "godsibb" und bezeichnete eine Patin oder einen Paten. Völlig neutral, völlig normal.

Im Mittelalter wurden dann die Frauen so genannt, die anderen Frauen bei der Geburt halfen. Diese "Gossips" waren vertraute Freundinnen, die sich gegenseitig unterstützten. Es war ein Ehrentitel für weibliche Solidarität.

Wie aus Unterstützung "Gerede" wurde

Ab dem 16. Jahrhundert änderte sich alles. Plötzlich waren "Gossips" keine hilfreichen Frauen mehr, sondern "leichtfertige Frauen" oder "Klatschtanten". Männer? Die wurden bei dieser Zuschreibung komischerweise ausgespart.

Im 19. Jahrhundert wurde dann das Wort auf das "Gerede" selbst übertragen. Das, was wir heute als Klatsch und Tratsch kennen.

Aber es wird noch schlimmer.

Die systematische Zerstörung weiblicher Gemeinschaft

Diese Frauenzusammenschlüsse, in denen sich Hebammen und Freundinnen austauschten, wurden als Bedrohung gesehen.

In der aufkommenden patriarchalen Struktur des 16. Jahrhunderts war weibliche Solidarität gefährlich.

1547 kam in England ein Erlass: Frauen durften nicht mehr "babbeln und tratschen". Ehefrauen sollten im Haus bleiben. Wer sich nicht daran hielt, wurde sozial geächtet.

Es wurde noch grausamer: Frauen, die zu sprechen wagten, wurden mit dem "Scolds Bridle" bestraft - einem eisernen Käfig mit Zungeneinlage. Öffentlich und demütigend.

Was das mit uns heute zu tun hat

Verstehst du jetzt, warum wir uns oft so schwer tun mit Solidarität?

Jahrhundertelang wurde uns beigebracht, dass Frauen, die sich zusammentun, gefährlich sind. Dass wir lieber still sein sollen.

Dazu kommt: Frauen wurden bis ins letzte Jahrhundert gesetzlich vom Zugang zu eigenem Geld und Bildung abgehalten. Das wirkt immer noch in uns nach.

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Genau deshalb ist alles, was du über Finanzen lernst, so wichtig.

Nicht nur für dich, sondern auch für deine Töchter.

Jeder Schritt in Richtung finanzielle Unabhängigkeit ist ein Schritt weg von diesem alten Gedankengut.

Du musst keine Finanzexpertin werden. Du musst nicht perfekt sein. Du musst nur anfangen.

Gemeinsam sind wir stärker

Ich weiß, dass viele von euch denken: "Finanzen sind nicht mein Ding" oder "Dafür ist es zu spät". Aber das sind genau die Stimmen, die uns klein halten wollen.

In meiner Frauenfinanzschule erlebe ich täglich, wie Frauen aufblühen, wenn sie merken: Ich kann das auch. Ich darf das auch. Ich habe das Recht darauf.

Es ist Zeit für eine neue Zeit. Eine Zeit, in der wir uns wieder unterstützen, statt uns gegenseitig das Leben schwer zu machen. Eine Zeit, in der wir gemeinsam stark sind.

Nicht weil wir die besseren Menschen sind, sondern weil wir schlicht die gleichen Rechte haben.

Was denkst du? War dir das alles bewusst?

Herzlichst,
Alexandra

Frauen & Geld

Eine kluge Kombination.


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Alexandra Graßler
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